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„Wie wichtig ist das liebe Geld?“

Fotolia 100870452 XSFür diese Frage hat jeder eine andere Antwort, aber leider ist dieser Stoff meist der Dreh-und Angelpunkt, wir brauchen es nun mal, um all unsere Ziele, Wünsche, Befindlichkeiten, Notwendigkeiten abzudecken.

Wo vor Jahrhunderten noch eine Ziege gegen einen Sack Mehl oder Brennholz gegen Brot getauscht wurden, entstand langsam als Äquivalent für die Ware das Edelmetall oder die Kaurischnecke, dann die Münze und das Papiergeld. Es war natürlich günstiger, mit einer Geldkatze auf den Markt zu gehen als immer eine Ziege mitzunehmen. Außerdem verdarben Lebensmittel als Tauschware sehr schnell und die Objekte der Begierde hatten oft einen anderen, d.h. ungleichen Wert so dass der bilaterale Tausch nicht aufging.
Es musste also nach anderen Möglichkeiten gesucht werden.

In unseren Zeiten allerdings scheint sich das Geldsystem verselbständigt zu haben und ist gesellschaftlich gesehen eine unübersichtliche und komplexe Angelegenheit.

Aber Geld an sich hat nach wie vor keinen Wert – Es erhält den Wert durch die Ware, die damit erstanden wird. Und damit wird es zum subjektiven Faktor und auch zum Risikofaktor für den Besitzer wenn es nicht fließt.

Was die wenigsten wissen: unsere Haltung zum Geld beeinflusst unbewusst auch unser Bankkonto oder unser Kassenvolumen.
Äußere Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, sollten wir hinnehmen, wie sie sind: „Es ist wie es ist“. Da hilft auch Angst nicht weiter oder Schuldzuweisungen an den Chef, die Bank, die Gesellschaft, die „böse“ Welt – das blockiert uns nur in unserer wertvollen Lebenszeit.
Was wir aber tun können ist, auf UNS zu schauen- jeder auf sich selbst, denn jeder ist Teil des Ganzen und wenn in den Teilen Klarheit ist, wird sie sich auch im Außen manifestieren, Stück für Stück.

Wir alle müssen mit Geld umgehen, ob wir wollen oder nicht. Viele Menschen wundern sich, warum ihnen der Umgang mit Geld schwerer fällt als anderen, denen das Geld scheinbar automatisch zufließt. Fakt ist: „Auch die Geld-Beziehung ist ein Spiegel unseres Selbst.“ Wir möchten das nicht wahr haben und unterschätzen, dass diese Prozesse meist im Unterbewusstsein ablaufen.

In Kindheit und Jugend geprägte unbewusste Glaubenssätze und familiäre Gewohnheiten zu Geldangelegenheiten oder auch Schicksalsschläge der Vorfahren können unsere Haltung zum Geld prägen und uns dadurch blockieren.

Solche Glaubenssätze können sein:

-    Geld macht nicht glücklich, Geld bringt Unglück
-    Ich habe es nicht verdient, Ich bin nicht gut genug)
-    wie gewonnen, so zerronnen
-    Wenn du viel hast, zieht es das Unglück an
-    Ich muss das Geld unbedingt halten, krankhafter Geiz, weil z.B. ein Vorfahre aus Geldnot gestorben
-    Ich muss das Geld immer sofort ausgeben, z.B. wenn in der Familie jemand um seine Ersparnisse gebracht wurde

Unsere individuelle Haltung zum Geld ist sehr wichtig, es ist vor allem im beruflichen Umfeld ein Äquivalent für Anerkennung und Wertschätzung, etwas was für das Selbstvertrauen eine enorme Rolle spielt.

Dessen sind sich viele Menschen jedoch nicht bewusst. Geld wird als notwendiges Übel betrachtet oder gar verachtet. Dabei sehnt sich ein jeder nach Anerkennung. Lohn und Gehalt sind quasi die Anerkennung für unsere Arbeit.

Hier spielt auch das Gleichgewicht von GEBEN und NEHMEN eine wichtige Rolle.
Sowohl derjenige, der immer nur nimmt und sich auf Kosten anderer bereichert, als auch derjenige, der ungerne nimmt, nichts mit vollem Herzen annehmen kann, ist systemisch im Ungleichgewicht. Das wirkt sich auf die eine oder andere Weise auf sein Leben aus.

Geldproblemen sind oft ein Hinweis auf Probleme im Familiensystem. Enteignungen (z.B. Vertreibungen nach dem Krieg) oder ungerechte Erbschaften, Verschuldungen, Diebstahl, Machtmissbrauch mit Geld und ähnliches wirken sich auf die nachfolgenden Generationen aus. Hier sind insbesondere wieder die sogenannten „Kriegsenkel“ in den Fokus zu nehmen, denn sie tragen meist besonders große „Alt“lasten.

Die gute Nachricht:

Im Rahmen von Familienaufstellungen oder systemischen Aufstellungen können solche unbewussten Blockaden sichtbar gemacht und harmonisiert werden. Es ist oft ausreichend, sich dieser Muster bewusst zu werden und ein inneres Bild davon zu bekommen. Es können aber auch im Nachhinein Unrecht oder Missbrauch, Benachteiligungen oder Verlusttraumata in Systemen , vor allem Familien, aufgelöst werden.

Geld ist nicht gleich Geld. Jeder hat eine andere bewusste oder unbewusste Haltung dazu. Es ist wichtig, diese zu erkennen und dafür zu sorgen, dass dem eigenen Geldfluss energetisch nichts im Wege steht. Das schließt natürlich ein, dass ich etwas dafür tun und „meinen“ Weg finden muss.

Mein Lieblingsmantra ist dabei: „ Ich habe immer so viel Geld, dass ich alles tun kann was ich von Herzen möchte“.

Kerstin Kramer, Systemischer Coach